Kurz bevor der letzte Sommer begann, also zur Zeit der letzten Frühlingstage in Europa, trug es sich zu, dass wir, meine Schwester und ich, es tatsächlich schafften das Land für eine kleine Reise zu verlassen. Wir hatten schon länger vorgehabt mal ein Stück eines Jakobsweges zu laufen und nun waren wir drauf und dran dieses von Madrid aus in die Tat umzusetzen.
Geplant war, nachdem wir mit dem Bus zm Ausgangspunkt unserer
Wanderung, nach Salamanca, gefahren waren, dann 10 bis 12 Tage zu
wandern. Zwischendurch würde es Herbergen zum Übernachten geben und der
Reiseführer und die gekennzeichneten Wege würden uns leiten. Das klappte
auch vier Tage lang ganz gut und ich freute mich, dass wir nach der
Umstellung und Eingewöhnung unseren Rhythmus finden würden, und im immer-weiter-Gehen und in der Natur sein, wünschte ich mir mal ganz gehörig zu
mir zu kommen. Am fünften Wandertag jedoch schleppte meine Schwester
sich ziemlich dahin. Am Ende des Tages stand fest, sie würde eine Pause
von mehreren Tagen brauchen, um ihre innerlich entzündete Achillessehne
zu kurieren. In ein paar Tagen, jedoch würden wir auch kaum noch Zeit
haben zu laufen, denn wir hatten ja schon die Rückreisetickets bei uns.
So wurde das ganze Mal-weg-sein abenteuerlicher als gedacht. Das Wetter
war bis dahin ziemlich schön, auch warm und sogar richtig heiß. Wir
blieben wegen der Verletzung sogar zwei Tage in einer Herberge und
schmiedeten Pläne wie wir weiter vorgehen könnten, ohne viel gehen
zu müssen. Wir befragten das Internet und suchten uns ein neues Ziel.
Wir organisierten Buskarten an die Küste, besorgten uns die billigste
Urlaubsbehausung, ein 29€ Zelt bei Decathlon, Verpflegung für drei Tage
und nahmen ein Boot zu einer Atlantikinsel mit Zeltplatz, nachdem wir
erfahren hatten, dass es die nächsten drei Tage regnen könnte. Da saßen
wir dann bei Regen und Sturm in diesem kleinen blauen Zelt, da wir wir
wenig Wechselsachen dabei hatten, durfte möglichst nichts nass werden.
Ich befürchtete mehrmals, dass der Wind das Zelt zerstören würde und wir
befestigten es fast jeden Tag an einer anderen uns sicherer oder
geschützter scheinenden Stelle. So zogen wir wieder wie Nomaden umher, jedoch innerhalb eines
Zeltplatzes und trugen nun ein Zelt anstatt wie vorher einen Rucksack. Aber wir mochten das trotzdem lieber als eine feste Unterkunft. Mir
ist es schon öfters passiert, dass ich ein Zelt und dem direkten Kontakt
zur Umgebung einem Zimmer in einer Bettenanlage den Vorzug gegeben habe. Das
folgende Bild zeigt unser kleines Zeltchen im Windschatten eines
Größeren. Als ich zuhause nachkucke, wo wir da gelandet waren, erfahre
ich im Internet, dass der Strand dieser Insel mal zu einem der Schönsten
der Welt auserwählt wurde. Naja - wir waren am letzten Tag auch noch
schwimmen und in der Sonne liegen.
☼

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