Nun, da,
nun, da, nun ist mit dem Ende des Experiments "Adventskalender" immer noch ein Blog übrig, er war ja auch schon vorher da. Wie wird es nun weitergehen?
Für Interesse an jüngst Vergangenem: das Konzept zum "Kalender" findet sich hier.
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Nun wird der Blog wieder zu einer Schublade, da sammelt sich nun wieder regelmäßig unregelmäßig in irgendeiner Art Momenthaftes, Klares, Codiertes - Notiertes an.

Dienstag, 10. Dezember 2013

winter in orange


Um die Weihnachtszeit drumherum sitze ich mit meiner Mutter am Küchentisch. Eine Pyramide steht auf dem Tisch, sie wird jedes Jahr wieder ausgepackt. Sie besteht aus Holz. Drei Rehe jagen sich gegenseitig, ohne sich jemals einzuholen. Wir schreiben das Jahr 1987. Ich soll gerade eine Apfelsine essen und mag nicht mehr. Meine Mutter versucht mich zu überreden und erzählt mir von Vitaminmännchen, die da drin sein sollen. Was weiß ich, was das ist. In dem Land in dem wir wohnen gibt’s Apfelsinen nur äußerst selten zu kaufen. Und wenn, sind sie grün und man muß sich dafür bevor der Konsum nach der Mittagspause wieder öffnet eine Weile anstellen. Bei uns zu Hause gibt’s keine grünen Apfelsinen sondern orange. Die schmecken angeblich auch besser, das sagt die Tante meiner Mutter. Die muß es wissen, denn sie wohnt nicht hier, sondern im Westen. In ihrem Land gibt es immer orange Apfelsinen und bei uns nur selten grüne. Es ist doch kalt so vor dem Konsum zu warten; diese Frucht gibt es immer wenn es kalt ist. Die Tante meiner Mutter schickt uns Pakete mit verschiedenen Dingen und auch mit Apfelsinen. Letztens waren es drei Pakete. Es ist immer aufregend dann.
Ein Jahr später:
Ich befinde mich in der Wohnung und spiele – es ist Samstag Morgen. Es klingelt an der Tür. Jemand geht aufmachen. Es stellt sich heraus, dass es die Post ist. Irgendwas wird in den Hausflur gestellt, es scheint Pakete zu geben; ich gehe gucken. Es stehen schon fünf Pakete im Hausflur und der Postbote kommt nochmal und bringt weitere. Es kommt kalte Luft von draußen rein. Meine Mutter hebt die Pakete an und wundert sich, denn sie sind schwer, außerdem hatten wir noch nie soviele Pakete auf einmal. Irgendein Geheimnis liegt in der Luft. Als der Postbote weg ist, machen wir die Tür zu. Wir zählen zwölf Pakete! Es ist total lustig. Wir haben an einem Tag zwölf Pakete bekommen! Sie sind alle von der einen Tante meiner Mutter im Westen. Alle Kartons sehen so graubraun aus und sind aus Pappe sie reichen mir fast bis zum Knie. Ich bin furchtbar gespannt was drin sein wird. Meine Geschwister und ich laufen durch das Haus und rufen die Großmutter. Die Tante meiner Mutter ist die Schwester meiner Großmutter, sie sehen sich meistens im Sommer. Die Pakete werden geöffnet und in einem nach dem anderen sind nur Apfelsinen drin. Ich bin etwas enttäuscht. Es muß genau gekuckt werden, ob alle noch gut sind, denn sie hätten auf der weiten Reise auch erfrieren können. Ich glaube die Tante schaut sich immer den Wetterbericht an, bevor sie die Orangen auf die Reise schickt. Wir haben die Früchte sortiert und unter der Verwandschaft verteilt. Ich hätte mich auch über irgendetwas anderes gefreut. Aber diese Früchte müssen ja wohl etwas ganz besonderes sein.

3 Kommentare:

  1. Süße Geschichte :) und schön geschrieben ! Ich war quasi kurz dabei , obwohl ich eigentlich gerade in der kleinen griechischen Küche auf der Insel stehe und draußen die Sonne scheint !

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    1. och, das freut mich, und so war ich quasi auch für ein momentchen auf der Insel -- (-;

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